Behandlung von KZ-Häftlingen bei Blohm&Voss
Offiziell sollte der Kontakt zwischen Zwangsarbeitern und Angestellten auf das dienstlich Notwendige beschränkt bleiben. Die im Bericht geschilderten Misshandlungen und schlechten Lebensbedingungen der Zwangsarbeiter waren unter der deutschen Belegschaft und Gesellschaft allgemein bekannt.
Quelle: Bundesarchiv Berlin
Zwangsarbeit in der Hamburger Rüstungsindustrie
Mehr als die Hälfte der insgesamt 500.000 Zwangsarbeiter in Hamburg wurde in der Rüstungsindustrie eingesetzt. Der Arbeitskräftemangel in den als kriegswichtig eingestuften Betrieben sollte durch Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge ausgeglichen werden.
Der Hamburger Hafen, das wirtschaftliche Zentrum der Stadt, spielte mit seinen Werften in der Rüstungsindustrie eine zentrale Rolle. Zwangsarbeiter wurden auf Großwerften wie Blohm & Voss oder der Deutschen Werft vor allem für den Bau von Kriegsschiffen und U-Booten eingesetzt.
Weitere kriegswichtige Firmen waren Maschinenbaubetriebe wie Heidenreich & Harbeck oder die Kampnagel AG. Sie stellten Waffen und Munition her. Die Zwangsarbeiter dieser Firmen wurden meist in Lagern untergebracht, die sich auf dem Firmengelände befanden. Einige Rüstungsbetriebe hatten die Möglichkeit, Werkstätten direkt auf dem Gelände des KZ Neuengamme zu errichten und Häftlinge als billige Arbeitskräfte auszubeuten.
Zwangsarbeit im Reich bis Ende 1941
Bereits im Herbst 1939 wurden die ersten polnischen Zivilisten und Kriegsgefangenen in der deutschen Landwirtschaft eingesetzt. Die deutschen Behörden gingen zunächst von einem kurzzeitigen Einsatz aus. Jedoch stieg mit der Ausweitung des Krieges der Bedarf an Arbeitskräften. Deshalb wurden ab 1940 auch französische und im Jahr darauf serbische Kriegsgefangene zur Zwangsarbeit im Reich herangezogen.
Um sie von der deutschen Bevölkerung fern zu halten, erließen die Behörden für die Kriegsgefangenen und die polnischen Zivilarbeiter repressive Aufenthalts‑ und Arbeitsbestimmungen. Dazu zählten die „Polenerlasse“ vom Februar 1940, die bereits wichtige Bestimmungen enthielten, die 1942 in den „Ostarbeitererlassen“ verschärft wurden.
Audio
Jacques Leperc über seinen angegriffenen Gesundheitszustand.
Schriftliche Erinnerungen um 2000 (eingesprochen, 02:00 min.)
Quelle: Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“




