„… das Lager an Unterernährung eingehen wird.“
Gegenüber der Wirtschaftsgruppe Bergbau, dem Dachverband deutscher Bergbauunternehmen, beschwert sich die Gutehoffnungshütte Oberhausen über den katastrophalen Ernährungszustand der ihr übergebenen sowjetischen Kriegsgefangenen.
Quelle: montan.dok, Bochum
Beschäftigte im Ruhr-Kohlenbergbau, Oktober 1943.
Ende Oktober 1943 kam jeder dritte Arbeiter in den Kohlenzechen des Ruhrgebietes aus dem Ausland. Den größten Anteil stellten sowjetische Kriegsgefangene und „Ostarbeiter“. Für fast 1300 Kriegsgefangene verzeichnet die Monats-Aufstellung den „Abgang“ durch Invalidisierung oder Tod. Über 34.000 deutsche Arbeiter sind als zur Wehrmacht eingezogen aufgeführt.
Quelle: montan.dok, Bochum
Bildungsangebote / Arbeitsblätter
Selektion in einem Kriegsgefangenenlager (Ausstellungsabschnitt)
Sowjetsche Kriegsgefangene im Ruhrbergbau
1943 ließ die Harpener Bergbau AG das Anlernen sowjetischer Kriegsgefangener auf einer ihrer Zechen im Ruhrgebiet fotografieren. Deutsche Fachkräfte wiesen die Kriegsgefangenen in die Arbeit ein. Um die deutsche „Bergmannsehre“ nicht zu verletzen, wurden die Ausländer überwiegend zu Hilfsarbeiten herangezogen. Manche Zechen führen aber auch „Russenstrebe“ ein, in denen die Zwangsarbeiter von der deutschen Belegschaft getrennt als Hauer eingesetzt wurden.
Zur Versorgung der Rüstungsindustrie mit Kohle und Stahl war der Bergbau unentbehrlich. Um ihren Arbeitskräftebedarf zu decken, forderten die Zechen seit 1941/42 sowjetische Kriegsgefangene und „Ostarbeiter“ an, die sie noch rücksichtsloser ausbeuten konnten als Westeuropäer. Die meisten Kriegsgefangenen waren bei der Deportation von den Hungerlagern hinter der Front in die Bergwerke bereits sehr entkräftet. Körperlich auszehrende Arbeit unter Tage, Krankheiten und die andauernde Unterernährung schwächten sie weiter. Die Todeszahlen waren hoch, auch wegen vieler Arbeitsunfälle.


